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Aktuelle Lage & Bedarf

Auch 2020 sind die Fälle von Gewalt in bestehenden und ehemaligen Partnerschaften weiter gestiegen, im Vergleich zum Vorjahr um fast fünf Prozent. Das zeigt die Kriminalstatistische Auswertung Partnerschaftsgewalt 2020, die am 23. November 2021 vorgestellt wurde.

Die Zahl der angezeigten Taten stieg demnach von 141.792 Opfern im Jahr davor auf 148.031 Opfer in 2020. Ganz überwiegend trifft diese Gewalt Frauen: 80,5 Prozent der Opfer sind weiblich. Jedoch stieg die Zahl männlicher Betroffener von Partnerschaftsgewalt um überdurchschnittliche 7,4 Prozent. Absolut stieg die Zahl derjenigen Männer*, die sich trauten die Taten polizeilich anzuzeigen, von 26.889 in 2019 auf 28.867 im Jahr 2020.

Diese Zahlen bilden nur das Hellfeld ab, das heißt diejenigen Fälle, die bei der Polizei zur Anzeige gebracht wurden. Das tatsächliche Gewaltgeschehen und damit das Dunkelfeld nicht-angezeigter Fälle wird sowohl bei Frauen* als auch bei Männern* höher eingeschätzt.

Deutlich wird, dass fast 29.000 gewaltbetroffene Männer* in Deutschland eine nicht zu vernachlässigende Größe darstellen. Für solche Männer* und ggf. deren Kinder stehen aktuell zwölf Schutzwohnungen mit 38 Plätzen zur Verfügung.

Die am längsten bestehende Männerzuflucht besteht in Oldenburg und wird ehrenamtlich betrieben. Vorreiter bei der Schaffung von staatlich geförderten Männer*gewaltschutzräumen ist seit 2016 das Bundesland Sachsen, schnell nachgezogen haben Nordrhein-Westfalen und Bayern. Landesregierungen, Netzwerke, Träger und Initiativen, die sich für weitere Männer*schutzwohnungen einsetzen, gibt es aktuell in Berlin, Brandenburg, Bremenb, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz.

Das Bundesweite Netzwerk Männer*gewaltschutz empfiehlt folgende Maßnahmen:

  • Von den Männer*gewaltschutz-Akteur*innen seit Jahren gefordert und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bereits mehrfach angekündigt, braucht es nun endlich zeitnah eine umfassende und repräsentative Studie zur Gewaltbetroffenheit von Frauen*, Männern* und deren Kindern in Deutschland.
  • Die bedarfsgerechte Schaffung von Männer*schutzeinrichtungen soll sich an der Größe und Einwohner*innenzahl des jeweiligen Bundeslandes und auf der Grundlage der bisher vorliegenden Daten zur Gewaltbetroffenheit von Männern* (im Bereich häuslicher und sexueller Gewalt) orientieren.
  • Eine durch den Bund finanzierte „Ausstattungsinitiative zur Etablierung, Sanierung und Ausstattung von Männer*schutzeinrichtungen in Deutschland“, um den Ausbau des Hilfesystems für gewaltbetroffene Männer* in den einzelnen Bundesländern flankierend zu begleiten.
  • Die ergänzende Finanzierung für projektinterne Männer*beratung, Beratung mitbetroffener Kinder und Jugendlicher, Angebote der Gewaltprävention, Sensibilisierung und Netzwerkarbeit in Männer*schutzeinrichtungen.

Die Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz (BFKM) geht von einem aktuellen Bedarf von bis zu fünf Schutzwohnungen pro Bundesland aus, je nach Einwohner*innendichte und Flächenstruktur.

* Wir respektieren geschlechtliche und sexuelle Vielfalt.

 

 

 

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