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Aktuelle Lage & Bedarf

Die „Kriminalstatistische Auswertung zur Partnerschaftsgewalt des BKA 2019“ verweist darauf, dass im Jahr 2019 141.792 Menschen Opfer von Gewalt in einer bestehenden oder getrennten Partner*innenschaft wurden. Davon waren 114.903 (81,0%) Personen weiblichen und 26.889 (19,0%) Personen männlichen Geschlechts (1). Am häufigsten werden Fälle einfacher Körperverletzung registriert (Anteil männlicher Personen: ~20,5%), gefolgt von psychischen Gewaltformen wie Bedrohung oder Nötigung (m: ~11%) sowie gefährlicher und schwerer Körperverletzung (m: ~30%). Besonders niedrig ist der Anteil männlicher Betroffener bei sexualisierter Gewalt, 2019 waren es knapp zwei Prozent.

Diese Zahlen bilden nur das Hellfeld ab, das heißt diejenigen Fälle, die bei der Polizei zur Anzeige gebracht wurden. Das tatsächliche Gewaltgeschehen und damit das Dunkelfeld nicht-angezeigter Fälle wird sowohl bei Frauen* als auch bei Männern* höher eingeschätzt.

Deutlich wird, dass über 26.000 gewaltbetroffene Männer* in Deutschland eine nicht zu vernachlässigende Größe darstellen. Für solche Männer* und ggf. deren Kinder stehen aktuell neun Schutzwohnungen mit 29 Plätzen zur Verfügung.

Landesregierungen, Netzwerke, Träger und Initiativen, die sich für weitere Männer*schutzwohnungen einsetzen, gibt es in Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, und Rheinland-Pfalz

Das Bundesweite Netzwerk Männer*gewaltschutz empfiehlt folgende Maßnahmen:

  • Von den Männer*gewaltschutz-Akteur*innen seit Jahren gefordert und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bereits mehrfach angekündigt, braucht es nun endlich zeitnah eine umfassende und repräsentative Studie zur Gewaltbetroffenheit von Frauen*, Männern* und deren Kindern in Deutschland.
  • Die bedarfsgerechte Schaffung von Männer*schutzeinrichtungen soll sich an der Größe und Einwohner*innenzahl des jeweiligen Bundeslandes und auf der Grundlage der bisher vorliegenden Daten zur Gewaltbetroffenheit von Männern* (im Bereich häuslicher und sexueller Gewalt) orientieren.
  • Eine durch den Bund finanzierte „Ausstattungsinitiative zur Etablierung, Sanierung und Ausstattung von Männer*schutzeinrichtungen in Deutschland“, um den Ausbau des Hilfesystems für gewaltbetroffene Männer* in den einzelnen Bundesländern flankierend zu begleiten.
  • Die ergänzende Finanzierung für projektinterne Männer*beratung, Beratung mitbetroffener Kinder und Jugendlicher, Angebote der Gewaltprävention, Sensibilisierung und Netzwerkarbeit in Männer*schutzeinrichtungen.

Die Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz (BFKM) geht von einem aktuellen Bedarf von bis zu fünf Schutzwohnungen pro Bundesland aus, je nach Einwohner*innendichte und Flächenstruktur.

(1) bezogen auf die Anzahl diesbezüglicher Anzeigen, Mehrfachanzeigen möglich.
* Wir respektieren geschlechtliche und sexuelle Vielfalt.

 

 

 

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