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Historie – Aktuelles – Bedarf

Die aktuell vorliegende Kriminalstatistische Auswertung Partnerschaftsgewalt 2020 zeigt erneut einen Anstieg der Fälle von Gewalt in bestehenden und ehemaligen Partnerschaften. Im Vergleich zum Vorjahr 2019 um fast fünf Prozent.

Die Zahl der angezeigten Taten stieg demnach von 141.792 Opfern im Jahr 2019 auf 148.031 Opfer in 2020. Ganz  überwiegend trifft diese Gewalt Frauen: 80,5 Prozent der Opfer sind weiblich. Jedoch stieg die Zahl männlicher* Betroffener von Partnerschaftsgewalt um überdurchschnittliche 7,4 Prozent. Absolut stieg die Zahl derjenigen Männer*, die eine erlebte Gewalttat zur Anzeige brachten, von 26.889 in 2019 auf 28.867 im Jahr 2020.

Diese Zahlen bilden jedoch leider nur das Hellfeld ab, das heißt diejenigen Fälle, die bei der Polizei zur Anzeige gebracht wurden. Das tatsächliche Gewaltgeschehen und damit das Dunkelfeld nicht angezeigter Fälle wird sowohl bei Frauen* als auch bei Männern* erheblich höher eingeschätzt.

Damit wird deutlich, dass fast 29.000 gewaltbetroffene Männer* in Deutschland eine nicht zu vernachlässigende Größe darstellen. Für solche Männer* und ggf. deren Kinder stehen aktuell zwölf Schutzwohnungen mit 41 Plätzen zur Verfügung.

Die am längsten bestehende Schutzwohnung (seit März 2002) existiert in Oldenburg und wird ehrenamtlich betrieben. Der Freistaat Sachsen förderte seit 2016 ein Pilotprojekt Männerschutzwohnungen mit drei Männer*schutzeinrichtungen in Leipzig, Dresden und Plauen – seit 2022 mit einer jährlichen Projektförderung. Die Bundesländer Nordrhein-Westfalen (NRW) und Bayern starteten ebenfalls als Modellprojekt mit je zwei Männer*schutzwohnungen in Düsseldorf & Köln sowie Augsburg & Nürnberg. Aktuell fördert NRW fünf Männer*schutzeinrichtungen. Ein weiteres Schutzangebot kann in Stuttgart von gewaltbetroffenen Männern* genutzt werden.

Landesregierungen, Landespolitiker*innen, Netzwerke, Träger und Initiativen setzen sich für die Schaffung weiterer Männer*schutzeinrichtungen ein. Zehn weitere Projekte in Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, im Saarland und Thüringen stehen in den Startlöchern. Derzeit fehlt es jedoch an den notwendigen Finanzen und Fördermitteln.

Die Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz (BFKM) geht von einem aktuellen Bedarf von bis zu fünf Schutzwohnungen pro Bundesland aus, je nach Einwohner*innendichte und Größe.

* Wir respektieren geschlechtliche und sexuelle Vielfalt.

 

 

 

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