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Freiraum für gewaltbetroffene Männer - Schutzwohnung in Düsseldorf eröffnet

3. Juli 2020

Männerschutzprojekt „Freiraum“ mit bis zu acht Plätzen in Nordrhein-Westfalen

Die Berater arbeiten auch im fachlichen Netzwerk der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz mit

Die Wohnungen sind möbliert und technisch ausgestattet.

Die SKM gGmbH hat in Düsseldorf die erste Schutzwohnung für von häuslicher Gewalt betroffene Männer in NRW eröffnet. Vier Männer, bei Bedarf auch deren Kinder, können dort unterkommen – zeitlich begrenzt und begleitend beraten. „Laut Studie des Bundeskriminalamts von 2018 sind 19 Prozent der Opfer von häuslicher Gewalt Männer“, erklärt gGmbH-Geschäftsführer Stephan Buttgereit dazu. „Diesem Umstand trägt das von SKM gGmbH und SKM Köln entwickelte Projekt Rechnung.“ Mit ihrem partnerschaftlich entwickelten Konzept ‚Freiraum‘ für Gewaltschutzwohnungen für Männer haben die beiden SKMs die Ausschreibung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen für sich entschieden.

Männer können ‚Freiraum‘ maximal drei Monate nutzen

Insgesamt acht Plätze sind geplant, vier jetzt in Düsseldorf, weitere vier demnächst in Köln. Männer mit Gewalterfahrungen in der Beziehung können das Gewaltschutzangebot ‚Freiraum‘ maximal drei Monate lang nutzen. „In dieser Zeit gilt es, den Bewohnern Schutz zu bieten, ihre psychosoziale Lage zu stabilisieren, sie in ihrem Alltag zu entlasten und – ganz wichtig: eine Perspektive nach der Zeit im ‚Freiraum‘ zu entwickeln“, erklärt Stephan Buttgereit.

Beraterteam arbeitet im Netzwerk Männerschutzeinrichtungen mit

Die Berater, die sich um von Häuslicher Gewalt betroffene Männer kümmern, sind von Beginn an im bundesweiten Netzwerk der Männerschutzwohungen aktiv, das von der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz aufgebaut und gepflegt wird. Im Netzwerk stehen sich die Kolleg*innen fachlich mit Rat und Fachwissen zur Seite, tauschen sich zum Beispiel über Aufnahmekonditionen oder die Art und Qualität der Betreuung aus.

Häusliche Gewalt gegen Männer ist immer noch ein Tabu

„Wir haben 2018 rund 7000 Fälle häuslicher Gewalt gezählt, in denen Männer die Opfer waren“, erläutert Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung die Förderung des Projekts ‚Freiraum‘. „Häusliche Gewalt gegen Männer ist nach wie vor ein Tabu. Unsere Gesellschaft muss lernen, dass auch Männer Opfer von Beziehungsgewalt werden können. Deshalb ist es mir ein Anliegen, diesen Männern auch zu helfen“, sagt Scharrenbach.

Quelle: PM-SKM-Maenner-Gewaltschutzwohnungen-NRW-final