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Zuwendungsbescheid für Männerschutzwohnung in Hessen übergeben

2. Juli 2026

Sozialministerin Heike Hofmann: „Die Daten zeigen: Es handelt sich hier nicht um Einzelfälle“

Übergabe Fördermittelbescheid Männerschutzwohnung Foto: Hessisches-Ministerium für Arbeit-Integration, Jugend und Soziales
Sozialministerin Heike Hoffmann mit Boris von Heesen und der Bereichsleiterin Stationäre Hilfen, Sarah Quednau, die die Männerschutzwohnung leiten wird. Foto: Hessisches Sozialministerium

Nach langen Bestrebungen der Akteur*innen in Hessen mit der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz (BFKM) ist es gelungen, eine Förderung für ein Pilotprojekt Männerschutzwohnung zu erhalten. Sozialministerin Heike Hofmann übergab dem Trägerverein Flexible Jugendhilfe e.V. in Darmstadt am 30. Juni 2026 den Zuwendungsbescheid über 35 000 Euro.

„Männer sind weit häufiger von Partnerschaftsgewalt betroffen als bisher meist angenommen – psychisch wie körperlich. Ausmaß und Intensität der Gewaltbetroffenheit zwischen Frauen und Männern sind sicherlich nicht vergleichbar, doch die Daten zeigen: Es handelt sich hier nicht um Einzelfälle, weshalb auch in diesem Bereich Schutzstrukturen vonnöten sind“, sagte die Sozialministerin Heike Hoffmann entsprechend einer Pressemitteilung des Hessischen Sozialministeriums bei der Übergabe des Fördermittelbescheides.

Übergabe Fördermittelbescheid Männerschutzwohnung Quelle: Hessisches-Ministerium für Arbeit-Integratio, Jugend und Soziales
Während der Übergabe des Fördermittelbescheides. Foto: Hessisches Sozialministerium

Im Jahr 2022 gab es ein erstes Netzwerktreffen und Bestrebungen der BFKM in Hessen, um das Hilfesystem für Männer zu verbessern. Das blieb zunächst ohne Erfolg. Doch die Akteur*innen vor Ort ließen sich nicht entmutigen und strebten stetig Kontakte in die Politik und zur Verwaltung an, so dass nun dieser wichtige Schritt erfolgen konnte. Boris von Heesen, geschäftsführender Vorstand der Flexiblen Jugendhilfe e.V.: „Es ist dringend geboten, dem Tabuthema häusliche Gewalt gegen Männer mit einem konkreten Hilfeangebot zu begegnen. In der Schutzwohnung finden betroffene Männer eine sichere Unterkunft sowie professionelle fachliche Begleitung. Unsere qualifizierten Fachkräfte unterstützen die Männer nicht nur bei der Bewältigung ihres Alltags, sondern auch durch geschlechtssensible psychosoziale Beratung sowie die Überleitung in ein stabiles Lebensumfeld.“

Bisher gab es in Hessen keine Männerschutzeinrichtung. Mit diesem ersten Schritt erfüllt das Bundesland ein Stückweit auch die Anforderungen der EU-Gewaltschutzrichtlinie. Mit ihr schreibt die Europäische Union ab 2027 verbindliche Mindeststandards für Prävention, Schutz, Unterstützung und Intervention fest. Die Richtlinie versteht häusliche Gewalt ausdrücklich als ein Phänomen, das Menschen unabhängig von Geschlecht oder persönlichem Hintergrund betreffen kann. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten, Hilfsangebote so auszugestalten, dass sie allen Betroffenen offenstehen und den unterschiedlichen Formen, Ausprägungen und Unterstützungsbedarfen häuslicher Gewalt Rechnung tragen.

„Wir freuen uns sehr über diese Entwicklung und hoffen, dass bald weitere Schutzwohnungen auch in anderen Bundesländern folgen werden“, kommentiert Torsten Siegemund, bei der BFKM federführend zuständig für die Entwicklungen im Bundesland Hessen. Mit der Zuwendung wird der Aufbau der Schutzwohnung begonnen, auf die das Hilfesystem so lange gewartet hat. Die Schutzwohnung soll zunächst zwei Männern Zuflucht bieten, bei Bedarf mit ihren Kindern. Einige Männer mussten bisher in andere Bundesländer ausweichen, um entsprechenden Schutz zu finden. Ab voraussichtlich 1. August 2026 gibt es diesen nun auch in Hessen.

 

Quelle: Pressemitteilung des Sozialministeriums Hessen

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